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  • Frankreichs Mittelmeerküste

    Die Eindrücke, die der Süden Frankreichs, wo wir die letzten Tage im Februar verbracht haben, bei mir hinterlassen hat, verblassen immer weiter… Daher etwas verspätet noch ein paar Zeilen und Bilder dazu.

    Unser beiden geplanten Stopps – in der Camargue und zuvor in der Lagunenlandschaft des Étang de Leucate (bei Salses-le-Château) – hatte ich bereits erwähnt. Mit einem Sonntagsrummel, wie wir ihnauf unserem Weg dorthin an der Route du Perthus bestaunen konnten, hatten wir – unwissend, dass es eine zollfreie Einkaufszone wie die Els Límits des Grenzstädtchens la Jonquera geben könnte – nicht gerechnet. Dazu, spontan anzuhalten und mit auf Schnäppchenjagd zu gehen oder ein Foto davon zu machen, hat uns der Anblick allerdings nicht animieren können.
    Prinzipiell wären wir gerne über Andorra nach Frankreich gefahren. Weil aber weder unsere Reifen für Schnee geeignet waren noch wir uns nach damit gesegneten Straßen gefühlt haben, haben wir uns dagegen entschieden. Wir konnten dafür, das wir deshalb auf mit Sicherheit herrliche Gebirgslandschaften verzichtet haben, die verschneiten Berggipfel bei angenehm milden Temperaturen als Hintergrund einer frühlingshafteren Kulisse genießen und dabei dem Schnattern, Krächzen und Trompeten der Flamingos zuhören.

    Nach der erfolglosen Suche nach einer ungechlorten Wasserquelle (Südfrankreich ist im Gegensatz zum Süden von Spanien wirklich kein Paradies, wenn man wie wir nach möglichst frischem Quellwasser sucht…), haben wir uns auf dem schnellsten Weg in den Süden der Provence bewegt: über die mautpflichtige Autobahn. Auch abgesehen von der Trinkwassersituation ist die Camargue Ende Februar für uns definitiv nicht der Ort, an dem wir uns freiwillig länger aufhalten würden. Die „ursprüngliche“ Natur, mit der die Gegend beworben wird, endet an jeder Straße damit, dass sie von Zäunen begrenzt wird. „Wildlebende“ weiße Perde haben wir also nicht gesehen. Dafür unzählige Angebote der Manaden, spezielle Zuchteinrichtungen, zu denen die Herden, auch von den schwarzen Camargue-Stieren (mit denen eine jahrjundertealte Stierkampftradition verbunden ist) gehören.

    Was mir von den Tagen dort vor allem geblieben ist, ist das Gefühl, mich in einem riesigen menschengeschaffenen Naturerlebnispark zu bewegen: um die „geschützten“ Bereiche betreten und das, was dort von der Natur geblieben ist, erleben zu können, wird ein Eintrittspreis dafür fällig. Alles andere ist mehr oder weniger bewirtschaftetes Kulturland.
    Wir haben uns dazu entschieden, dem Rat einer flamingobegeisterten Deutschen, der wir am Étang de Leucate begegnet waren, zu folgen und wenigstens den kostenpflichtigen Pont de Gau zu besuchen. Ich frage mich wirklich, ob sich dort von Natur aus – wenn es ihnen dort nicht so schmackhaft gemacht werden würde – so viele Vögel ansiedeln bzw. vor allem für ihre Balz- und Brutzeit niederlassen würden… Auf der anderen Seite bin ich sicher, dass die Natur es – wie überall – mit der Zeit wieder regulieren wird, was Menschen künstlich geschaffen haben. Ich habe mich auf jeden Fall sehr über jede Vogelart gefreut, die ich dort erspähen konnte, obwohl sie die Freiheit gehabt hätte, sich einen anderen Platz außerhalb meiner Sichtweite zu suchen.

    Sobald Mathias die Fotos dazu fertig verschlagwortet und auf seine Website hochgeladen hat, verlinke ich sie hier.

    Vier Nächte haben wir in der – immerhin noch ziemlich mückenfreien – Camargue zugebracht:
    Die erste standen wir auf dem einzigen im Februar geöffneten Campingplatz in Saintes-Maries-de-la-Mer (wohin es mich schon auf Abiturfahrt verschlagen hatte).

    Die zweite haben wir einen Stellplatz am Straßenrand unweit des Anwesens Domaine de Méjanes angefahren (so dass ich jetzt weiß, dass dort das Paul-Ricard-Museum untergebracht ist, und der Erfinder des mir bekannten Anisschnapses einen kleinen Zug entworfen hat, der heute Touristen und Touristinnen um sein Grundstück herum fährt).

    Die letzten beiden durften wir auf einem Ökoweingut stehen. Von dort aus konnte ich meinen Bewegungsdrang ausleben und einen längeren Spaziergang zur Rhone sowie zu einem Ökoreisbauer machen, während Mathias sich in bester Gesellschaft auf seine Weise ein bisschen vom Reisen erholen konnte.

    Mit einigen Flaschen Rotwein sowie des besten sortenreinen Apfelsaftes, den wir in unserem Leben gekostet haben und diversen Packungen Camargue-Reis im Gepäck haben wir Frankreich Richtung Italien verlassen, wo wir vor der Rückkehr in unsere alte Heimat noch 2 Wochen verbracht haben.